Wohngesund und nachhaltig – Holzfaser für Dach und Wand

Kalte, klamme Wände, Schimmel hinter den Möbeln und hohe Heizkosten: von diesen Problemen wollte sich die Bauherrenfamilie aus dem Münchner Umland ein für allemal befreien.

DSC_0142 (1)Der Mansarddach-Altbau aus dem Jahr 1914 hat bereits viel mitgemacht: Das Steildach wurde vor rund 40 Jahren bei einem Hagelsturm stark beschädigt, jedoch nur teilweise neu eingedeckt. Nach einem weiteren Hagelschlag wurden ebenfalls nur die beschädigten Stellen repariert. Die notdürftigen Flickereien, die alte Dämmung aus Mineralwolle und die damit verbundenen Probleme, legten eine umfangreiche Sanierung nahe.

Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und das Thema Nachhaltigkeit spielten eine große Rolle für die Baufamilie. Darüber hinaus sollte sich die Sanierung auch hinsichtlich der Effizienz rentieren und ein angenehmes Raumklima schaffen, gerade weil die Räume unter dem Dach bereits als Wohnraum genutzt wurden. Sie wünschten sich vor allem mehr Wohnkomfort, denn im Sommer wurde es unter dem Dach unerträglich heiß und im Winter war es zugig kalt.

Sanieren – aber nachhaltig

Naturnahe Baustoffe sollten es werden, um ein wohngesundes und behagliches Raumklima zu schaffen. Die Holzfaser überzeugte Alexander Zill auf der Handwerksmesse München: Nach eingehender Beratung des Herstellers entschied sich der Bauherr für das umweltfreundliche Dämmmaterial.

Der natürliche Dämmstoff wird aus frischem und unbehandeltem Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt, das überwiegend bei der Waldpflege anfällt. Ein Kilo Holzfaserdämmstoff entlastet die Atmosphäre um rund 1,2 Kilogramm Kohlendioxid. Denn während die Bäume wachsen, befreien sie die Luft von beträchtlichen Mengen Kohlendioxid und binden den Kohlenstoff auch nach der Verarbeitung zu Holzfaserdämmstoffen. Eine typische Einfamilienhaus-Fassade mit 180 Quadratmetern und einer zehn Zentimeter dicken Holzfaserdämmung trägt über 5.700 Kilogramm Kohlenstoff in sich – soviel wie ein Kleinwagen auf einer Strecke von rund 52.000 Kilometern ausstößt. Gegenüber konventionellen Dämmstoffen ist das ein echtes Plus. Zudem sind die Holzfaserdämmstoffe extrem langlebig und robust.

Kiefer-HackschnitzelDiese Vorteile schätzen immer mehr Verbraucher, wie Benedikt Winkler, Geschäftsführer der ausführenden Zimmerei Winkler, erzählt: „Die Nachfrage an Holzfaserdämmung ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Kosten sind mittlerweile kaum mehr höher im Vergleich zu anderen Dämmstoffen, gerade wenn man die vielen Vorteile der Holzfaser bedenkt.“

Ein weiterer Faktor, der es dem Bauherren leicht machte, sich für die Holzfaser zu entscheiden, war das wohngesunde Raumklima, das diese schafft. „Unsere Wände waren immer klamm und kalt und hinter den Schränken hat es angefangen zu schimmeln“, berichtet Alexander Zill. Da die Holzfaser über hervorragende atmungsaktive Eigenschaften verfügt, lassen sich mit der energetischen Sanierung auch Schimmelprobleme beseitigen, versichert Benedikt Winkler. Man kann sich das Feuchtigkeitsmanagement der Holzfaserdämmung ähnlich wie bei einer Funktionsjacke vorstellen: Wasserdampf von innen kann durch die diffusionsoffenen Holzfasern nach außen entweichen, Feuchtigkeit von außen kann aber nicht in das Innere des Hauses gelangen.

Hitzeschutz im Sommer – Kälteschutz im Winter

Daneben sorgt die Holzfaser das ganze Jahr über für angenehme Temperaturen im Haus. Im Winter ist es behaglich warm, im Sommer schützt die natürliche Dämmung – anders als andere Dämmstoffe – vor der Hitze, die unter dem Dach schnell unerträglich wird.

Durch ihr hohes Eigengewicht verfügt die Holzfaser über eine außergewöhnlich gute Wärmespeicherfähigkeit. Sie nimmt die Außenwärme auf, speichert sie und gibt sie erst verzögert an die Außenumgebung ab. Ein großer Teil der Hitze gelangt im Sommer so gar nicht in die Innenräume, beziehungsweise erreicht das Haus erst in den kühleren Abendstunden, wenn wieder gelüftet werden kann.

„Gerade für meine Tochter und ihren Freund, die direkt unter dem Dach wohnen, ist diese Eigenschaft der Holzfaser enorm wichtig und steigert die Wohnqualität um ein Vielfaches“, so Alexander Zill.

Ein zusätzlicher Vorteil der Wärmespeicherfähigkeit: Das Risiko eines Pilz- und Algenbefalls ist auf holzfasergedämmten Putz-Fassaden nachweislich geringer, denn durch die Wärme, die langsam nach außen abgegeben wird, entsteht an der Außenwand des Hauses weniger Tauwasser. Dieses benötigen die Algen aber zum Wachsen. Viele Fassaden mit konventionellen Wärmedämm-Verbundsystemen kühlen sehr schnell aus, so dass sich hier häufiger Tauwasser an den Außenwänden bildet. Um die Gefahr von Algen und Pilzen möglichst gering zu halten, werden den Anstrichen daher häufig Chemikalien beigemischt. Im Laufe der Zeit können diese vom Regen ausgewaschen werden und belasten dann das Grundwasser. Bei holzfasergedämmten Fassaden bringt hingegen schon die konstruktive Ausführung einen maßgeblichen Schutz gegen Bewuchs mit Algen und Moosen mit sich.

Präzisionsarbeit für optimale Ergebnisse

Für Alexander Zill stand von Beginn an fest, einen Fachmann für die Verlegung der Holzfaserdämmung zu beauftragen. „Die Planung für den Einbau ist zwar relativ einfach, da die Hersteller durch die Bank über ausführliche Planungsunterlagen verfügen. Aber es ist wichtig präzise und ordentlich zu arbeiten, um ein optimales Dämm-Ergebnis zu bekommen“, erklärt Benedikt Winkler.

Bei Altbausanierungen ist es zudem ratsam, besonders behutsam vorzugehen – gerade dann, wenn bereits öfter saniert wurde, können unschöne Überraschungen auftauchen. Familie Zill hatte Glück, denn die Grundsubstanz ihres Hauses war gut erhalten und es mussten keine größeren statischen Eingriffe vorgenommen werden.

Die ausführende Zimmerei empfahl dem Bauherren eine Kombination aus Aufdach- und Zwischensparrendämmung. Dies ist insbesondere bei Altbauten und Sanierungsobjekten sinnvoll, da die alten Dachsparren meistens nicht genug Platz bieten, um alleine durch eine Zwischensparrendämmung den gewünschten Dämmwert zu erreichen. Durch die Aufdachdämmung von außen kann man die Dämmleistung erhöhen, ohne dabei wertvollen Wohnraum einbüßen zu müssen. Dabei wird die Wärmedämmung oberhalb der Dachbalken, der sogenannten Sparren befestigt. Die Zwischensparrendämmung hingegen ist flexibel und wird von innen zwischen die Sparren geklemmt.

Da das Dach bewohnt wird, hat die Zimmerei alle Arbeiten von außen durchgeführt. Tochter und Freund konnten während der vierwöchigen Sanierung ohne größere Unannehmlichkeiten in ihrer Wohnung bleiben.

DSC_0339Als erstes wurde das alte Dach bis auf die Innenbekleidung abgetragen, die alte Dämmung aus Mineralwolle wurde entfernt und auf dem Sondermüll entsorgt, da sie als gesundheitsschädlich galt – die Holzfaserdämmung, z.B. Verarbeitungsreste, kann dagegen wie unbehandeltes Holz verwertet werdenAnschließend wurden die gedrungenen Altbausparren ertüchtigt und die dazwischenliegenden Gefache vollständig mit flexibler Holzfaserdämmung ausgekleidet. Die Holzfaserdämmung ist diffusionsoffen, sollte also einmal Feuchtigkeit unplanmäßig in die Dämmschicht eindringen kann sie problemlos nach außen wieder abtrocknen. So trägt die Dämmung dazu bei, die Dachkonstruktion dauerhaft trocken zu halten und Feuchteschäden vorzubeugen.

Als nächstes verlegten die Fachmänner stabile Holzfaser-Unterdeckplatten, die mit Nut und Feder zusammengesteckt werden. Sie ergänzen die Zwischensparrendämmung und ersetzen die alte Schalung. Gleichzeitig sorgen die stabilen Dämmplatten für einen zusätzlichen Witterungsschutz, denn sie sind wasserabweisend ausgerüstet. Auch bei beschädigten Dachziegeln oder Flugschnee ist damit gewährleistet, dass das Dach dauerhaft vor Regen und Nässe geschützt ist..

DSC_0364Um das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hauses beizubehalten entschied sich der Bauherr erneut für Biberschwanz-Ziegel. Diese Ziegel verbinden eine Jahrhunderte alte Tondachziegeltradition mit moderner Technik: Durch ihre konvexe Krümmung sorgen sie für eine belüftete und schnell trocknende Dachfläche.

Wohngesundes Raumklima unterm Dach

Durch die Dach- und Fassadensanierung verbreitet sich das wohngesunde Klima im ganzen Haus. Familie Zill ist sich einig: kalte, feuchte Wände und Schimmel gehören der Vergangenheit an. Die Wände sind jetzt warm und trocken, gleichzeitig kommt aber kaum Hitze von außen hinein.

Tochter und Freund müssen die sommerlichen Höchsttemperaturen nicht mehr fürchten, sondern können bei angenehmen Temperaturen Nachtruhe finden.

„Der ganze Umbau lief reibungslos ab. In gerade einmal vier Wochen ist ein ganz neues Wohngefühl entstanden. Wenn man bedenkt, was alles gemacht werden musste, ging das unglaublich schnell“, berichtet Alexander Zill. Spätestens nächsten Winter wird sich zeigen, dass sich die Heizkosten und der Energieverbrauch erheblich verringern werden.

Auch Benedikt Winkler ist zufrieden: „Keine andere Alternative hätte aus fachlicher Sicht zu diesem optimalen Ergebnis geführt.“

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