In der ehemaligen Kammgarnspinnerei in Brandenburg an der Havel weht seit 2009 ein neuer Wind: Im Zuge einer umfassenden Revitalisierung entstanden dort 15 moderne Ferienwohnungen und ein Loft, direkt an der Havel. Dabei wurde der ursprüngliche Charakter der Kammgarnspinnerei mit ihrem industriellen Charme beibehalten.

Dem Architekten und Projektplaner Detlev Delfs war es besonders wichtig, möglichst natürliche und nachhaltige Baumaterialien zu verwenden. Deshalb entschied er sich für eine  Innendämmung aus Holzfasern: Sie wird aus frischem unbehandelten Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt.

Natürlich schneller warm

Gerade bei unregelmäßig genutzten Gebäuden wie Ferienwohnungen überzeugt die Innendämmung mit Holzfasern aber nicht nur mit ihrer Natürlichkeit: Durch die innenseitige Dämmung heizen sich die Räume um einiges schneller auf als ungedämmte Räume, da nicht erst das gesamte Mauerwerk durchgeheizt werden muss. So lassen sich die Heizkosten senken und man tut der Umwelt etwas Gutes.

Ausgeglichenes Feuchtigkeitsmanagement

Die Innendämmung aus Holzfaser hat einen weiteren Vorteil: Sie verbessert das Raumklima und schützt vor Schimmel. Dies liegt an dem intelligenten Wirkprinzip des Dämmstoffes: Überschüssige Feuchtigkeit, die beispielsweise in der Nacht oder beim Kochen entsteht, wird zunächst in dem feuchtespeicherfähigen Dämmstoff zwischengepuffert und anschließend wieder an die Oberfläche der Dämmplatten weitertransportiert. Dort kann sie zeitversetzt abtrocknen. Damit unterstützt die Holzfaser ein Raumklima, in dem sich Schimmelpilze nur sehr schwer bilden können.

Dank dieser vielfältigen positiven Eigenschaften war die Innendämmung aus Holzfaser für das anspruchsvolle Objekt die erste Wahl. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wo einst Garne hergestellt wurden, können Touristen heute die perfekte Symbiose zwischen traditioneller Industriearchitektur und moderner Erholung genießen.

Verarbeitung einer Innendämmung aus Holzfaser

1. Befestigung der Dämmstoffplatten

In der Regel werden Holzfaser-Dämmplatten mit einem geeigneten Klebemörtel, z.B. naturgesundem Lehm- oder Kalkputz, plan und vollflächig auf die Innenwand geklebt. Alternativ können die Platten ausschließlich geschraubt und mit Dämmstoffdübeln gesichert werden. Für diese Variante entschied sich der Bauherr aus einem triftigen Grund: Das Objekt war über 20 Jahre lang Regen und Nässe ausgesetzt. Deshalb war es besonders wichtig, den alten Mauern keine weitere Feuchtigkeit zuzuführen, auch nicht durch Mörtel oder Putz. Die diffusionsoffene Holzfaser-Dämmung eignet sich bestens, um die Mauern atmen zu lassen und Feuchtigkeit nach außen abzutransportieren.

2. Unterputz und Armierungsgewebe

In einem nächsten Schritt trugen die Experten bei dem Objekt einen klimaregulierenden Putz auf. In das äußere Drittel der Putzschicht wird das Armierungsgewebe eingearbeitet. Das Gewebe nimmt thermische Verformungen auf und verhindert, dass Risse im Putz entstehen.

3. Oberputz

Nach Durchtrocknung der Armierungsschicht wurde abschließend der Oberputz aufgetragen. Auch hier kommen wohnbiologisch vorteilhafte Systeme auf Kalk- oder Lehmbasis zum Einsatz, die sich positiv auf das Raumklima auswirken.